Die Schützengilde „Gut Schuss“ Sandtrift – Hahler Strasse stellt sich vor

Schon immer wird es Menschen gegeben haben, die sich in schießsportlicher Hinsicht messen wollten. Das war in Minden wohl auch nicht anders und so entschlossen sich Mitglieder, des in der Gaststätte „Zur Sandtrift“ tagenden „Tabac Collegiums“ (Raucherclub) im Jahre 1895, einen Verein zu gründen.

Getreu des Mottos „Schwierigkeiten sind dazu da, überwunden zu werden“ fand man sich immer wieder zum Übungsschießen auf den Militärständen im OT Rodenbeck oder der Minderheide ein. Ein Anfang war gemacht und es mehrten sich die Schützen im eigenen Verein wie auch im Umland, wo sich andere neue Vereinigungen am Beispiel der „Sandtrift – Hahler Strasse“ orientierten und die Herausforderung des Schießsportes annahmen und Vereine gründeten.

Bis 1914 und danach ab 1920 wurden immer wieder gemütliche Feste um die Königswürde bzw. später bis 1939 um die Präsidentenschaft jährlich gefeiert.

1929 wurde der erste eigene 100-Meter-Schießstand am Habsburgerring eingeweiht, der seines gleichen suchte. Viel persönliches Engagement floss auch ein, als die Mitglieder ihre erste Fahne am 29. Juni 1929 weihen konnten.

Schon bald nach dem 2. Weltkrieg zeigte sich erneut, dass die Schützen aus „gutem Holz“ geschnitzt sind. So fand man sich im Hinterzimmer bei Louise Kleine 1947 schon zusammen und wartete darauf, dass das durch die Alliierten allgemein ausgesprochene Vereinsverbot aufgehoben wurde.

Durch den vorübergehenden Stammtisch, wurde dann am 7. Juli 1951 die Schützengilde erneut aus der Taufe gehoben.

Anfänglich wurde im Freien mit dem Luftgewehr in eine Garage, die als Kugelfang diente, hinein geschossen, bis dann 1960 ein fest umzäuntes Gelände mit „trockenen“ Räumlichkeiten entstand. 1970 erhielt die Anlage dann sogar eine erforderliche Beleuchtung.

Zwischenzeitlich entwickelte sich das Schützenfest an der Straßengabel der Sandtrift und der Hahler Strasse zu einem Treffpunkt der Nachbarschaftspflege sowie der Geselligkeit und genoss einen weiten guten Ruf.

Parallel dazu erlebten die schießsportlichen Vergleiche immer höher werdendes Niveau. Durch die Installierung des Schützenverbandes der Stadt Minden und übergeordneter Organisationen wurden nun auch Meisterschaften von Mitgliedern erfolgreich besucht. 1969 bewiesen die Senioren als erste, wie treffsicher sie waren und schmückten sich mit dem Titel des Kreismeisters. Es folgten viele weitere Titel, wie die des Stadtschützenkönigs/in oder der Kreiskönigin, da ab 1981 auch Damen im Verein dem sportlichen Vergleich nachkommen können.

Seit 1984 wird auf der Sportanlage in der Gaststätte „Zum Stern“ geschossen, die genau wie der Name der Gilde es sagt, zwischen Hahler Strasse und nun „Alter Sandtrift“ liegt, und weitest gehend in Eigenleistung entstand.

Aber auch die karitative Komponente kam nie zu kurz. So wurden im Einklang mit der britischen R.A.O.B. Loge Minden, z. B. Aktionen für die Krebskinderstation im Mindener Klinikum, für Blindenhunde, für Gehörlose und dem Wittekindshof, Gelder gesammelt und überreicht.

Einmal um den Globus reichen inzwischen die schießsportlichen Vergleiche, nämlich bis nach Wodonga in Australien. Zu dem deutsch-österreichischen Luftgewehrclub „Freischütz“ bestehen die Verbindungen seit 1991.

Das Vorurteil, das Sportschützen unnötigen Lärm und Umweltschäden verursachen widerlegte der Verein in der Aktion „Sportler für die Umwelt“, bei der wir u. a. über 30 Nistkästen in verschiednen Parkanlagen der Stadt installierten und dafür sogar einen Umweltschutzpreis der Stadt Minden erhielt.

“Die Zukunft der Gilde liegt in der Jugend“. Dieser Slogan ist für uns von höchster Bedeutung, was sich durch die stete Präsenz von Schüler und Jugendlichen bei Stadt- und Kreismeisterschaften, neuerdings sogar bei Landesmeisterschaften des WSB im Landesleistungszentrum in Dortmund belegen lässt.

Wir sind zwar die älteste Schützenvereinigung Mindens in ihrer Tradition, was neben dem Sportschießen, eine tragende Rolle spielt, dennoch gehen wir stets neue Wege, wie z. B. unser neu eingeführtes „Adler Schießen“ zeigt. Unsere Mitglieder sind zwischen 8 und 86 Jahren, also beanspruchen wir für uns ein „Familienverein“ zu sein.

Wir betreiben unseren Sport hauptsächlich mit dem Luftgewehr und der Luftpistole. Aber auch das Kleinkalibergewehrschießen führen wir auf dem Schießstand des SSV Uphausen regelmäßig durch.

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